Über den Autor

Ich wurde am 7 August 1965 in Turin (Italien) geboren, acht Jahre nach meinem Bruder Stefano und vier Jahre nach meiner Schwester Loretta.

Als kleiner Junge hatte ich keine Lust, in den Kindergarten zu gehen, da ich auf keinen Fall die Popeye-Trickfilme  im Fernsehen versäumen wollte, und ich war auch viel lieber mit meinem Kindermädchen Giova zusammen, die mir die grausigsten und spannendsten Horrorfilme erzählte. Sehr gern war ich auch bei meiner Großmutter Pierina in Castelnuovo Belbo in der Provinz Asti. Freitag morgens fuhren wir im Bus zum Markt von Nizza Monferrato, wo sie mir erlaubte, bis zur Erschöpfung die Stände mit gebrauchten Comics durchzuwühlen.

 In der Schule war ich nicht besonders gut, weil ich eigentlich immer an ganz andere Dinge dachte. Außerdem war ich total schüchtern, auch mit meinen Mitschülern.

Mein bester Freund hieß Cristiano und ich verbrachte mehr Zeit bei ihm, als bei mir zuhause. Er hatte immer neue Spiele und Comics, und vor allem besaß er einen 16mm Filmprojektor (ein fast professionelles Filmformat, das häufig in kleinen Gemeindekinos benutzt wird); ihr könnt euch vorstellen, wie cool das war in einer Zeit, in der es noch nicht einmal Videokassetten und DVDs gab. Einmal im Monat liehen wir uns Filme aus und sahen uns satt an Fantasy, Horror und Abenteuer. Am liebsten waren uns die japanischen Monster, wie Gamera und Godzilla, oder Horrorfilme wie Dracula, Das Kabinett des Professor Bondi, und die ersten Filme mit Terence Hill und Bud Spencer. Gemeinsam mit Cristiano drehte ich die ersten Kurzfilme mit der Super 8 meiner Mutter. Als ich erfuhr, dass Cristiano in die weit entfernte Stadt Florenz umziehen musste, ging es mir wirklich scheußlich.

Im Gymnasium, humanistischer Zweig, hatte ich dann ein paar mehr Freundschaften, auch weil ich einige Klassenkameraden für das Drehen von Kurzfilmen begeistern konnte. Auch während meines Literaturstudiums an der Universität, beschäftigte ich mich gemeinsam mit Freunden mit dem Drehen von Indie-Filmen, die dann auf Filmfestivals gezeigt wurden, wie das bekannte Filmfestival von Turin (das sich damals „Internationales Festival des Jungen Kinos“ nannte). Außerdem gaben wir an der Universität ein Fanzine mit dem Titel Filmania's Slurp heraus, in der wir die Art von Filmen besprachen, die uns damals begeisterten, meistens Horror- und Fantasyfilme. Wir waren die ersten in Italien, die eine Monographie über den japanischen Fantasyfilm veröffentlichten, geschrieben vom Kritiker Riccardo F. Esposito.

Aber die echte Wende in meinem Leben trat erst ein, als ich meine heutige Freundin Giovanna kennenlernte, für die ich meine erste Geschichte schrieb: „Ben's Weihnachten“, mit der Hauptfigur Rop der Snulf, eine Art Schutzkobold, der die Mansarde eines jungen Paares bewachte, Giò und Giò (ich hatte dabei natürlich nicht an uns gedacht!).

Mit dem Schreiben hatte ich eine neue Möglichkeit gefunden, mich auszudrücken. Ich hatte einfach total viel Spaß dabei, und deshalb habe ich die Jugendfilme durch Jugendbücher ersetzt, auch weil ich beim Schreiben die intensiven Emotionen bestimmter Filme, Comics und Bücher aus meiner Kindheit und Jugend noch einmal erleben konnte … und ohne dabei aufs Budget achten zu müssen! Giovanna verdanke ich auch die Tatsache, dass sich meine Beziehung zur Natur und vor allem zu den Tieren verändert hat. Meine Eltern hatten mir nie erlaubt, Hunde oder Katzen zu halten; Giovanna dagegen besaß, als ich sie kennenlernte, einen Hund, zwei Katzen und eine Schildkröte! Als wir gemeinsam in die Mansarde zogen, die ich von meiner Oma geerbt hatte, brachte sie ihre beiden Katzen Ciattalina und Cocotte mit (der Hund und die Schildkröte waren leider an Altersschwäche gestorben). Trotz meiner Allergie gegen Katzenhaare war das Zusammenleben mit ihnen so magisch, dass wir nach ihrem Tod die bereits alten Katzen Didi-Pippi und Lilli-Tove adoptierten, die nur noch wenige Jahre bei uns lebten. Die heutigen Findlinge sind Chapulin (sieht ein bisschen norwegisch aus, grau gestreift mit langhaarigem Fell) Sohn einer streunenden Katze, die ihn in einem Lieferwagen unter unserem Haus am Ufer des Flusses Po zur Welt brachte, und die große dunkle Lea, schwarz und braun gefleckt, die ausgesetzt gefunden wurde.

Im Jahre 2010 ist Shy (englisch: schüchtern) zur Familie dazugekommen; eine große Hündin, die wir in den Bergen gefunden haben und die zu einer wichtigen Figur in dem Buch  Gli Invisibili - Il paese del non ritorno geworden ist (ein klarer Beweis dafür, dass der Alltag häufig in die Arbeit der Schriftsteller einfließt).

 

Im folgenden habe ich einige Fotografien mit hoher Auflösung ausschließlich zum Zweck des Ausdrucken veröffentlicht. Copyright der ersten Fotografie in diesem Text:Paolo Bertino. Das darunter abgebildete Foto:Enrico Scars. Jede andere Nutzung ist untersagt.

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Giovanni Del Ponte
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